Am 10. März 2026 fand in der Volkshalle des Wiener Rathauses erstmals das Wiener MINT-Stakeholder-Forum statt. Mit rund 220 Teilnehmer:innen bot die Veranstaltung einen umfassenden Überblick über die Vielzahl an Akteur:innen, Programmen und Initiativen, die in Wien an einer starken MINT-Bildungslandschaft arbeiten.

Das Center for Technology-driven Social Innovation (CTSi) war durch den Beitrag von Hilda Tellioğlu, die das Forum mit ihrer Keynote maßgeblich prägte, aktiv vertreten.

In ihrer Keynote „Kindergarten bis Karriere – MINT als Schlüssel für Teilhabe und Innovation“ zeigte Hilda Tellioğlu zentrale Herausforderungen und Chancen der österreichischen MINT-Bildungslandschaft auf. Sie betonte, dass MINT-Kompetenzen weit mehr sind als schulische Lerninhalte: Sie beeinflussen individuelle Chancen, gesellschaftliche Teilhabe und wirtschaftliche Innovationsfähigkeit gleichermaßen. Dabei verwies sie auf deutliche Indikatoren wie den Mangel an MINT-Fachkräften, den wachsenden Bedarf an MINT-Kompetenzen auf dem Arbeitsmarkt sowie die Bedeutung früher Bildungsimpulse im Kindergartenalter. Besonderes Gewicht legte sie außerdem auf das Konzept der Bildungsdurchgängigkeit, also die systematische Begleitung von Lernenden über alle Bildungsübergänge hinweg. Brüche zwischen Kindergarten, Schule, Studium und Beruf seien einer der Hauptgründe dafür, dass Talente verloren gehen.

Ihr Appell lautet daher: „Kein Kind darf durch schlecht abgestimmte Übergänge verloren gehen. MINT-Bildung ist kein Nischenthema, sie ist das Fundament!“

Damit unterstrich Tellioğlu auch die strategische Ausrichtung des CTSi, das sich der Bearbeitung technologiegetriebener Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen widmet, darunter die Gestaltung inklusiver und zugänglicher MINT-Bildungsräume.

Im Anschluss an die Keynote nahm Hilda Tellioğlu gemeinsam mit Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak, MINT-Beauftragter Sabine Seidler und Gerlinde Heil (Science Pool) an der Podiumsdiskussion teil. Aus Sicht des CTSi hob sie hervor, wie wichtig Kooperation, systemische Koordination und interdisziplinäre Perspektiven für ein funktionierendes MINT-Ökosystem sind, ein Anliegen, das sich auch in mehreren CTSi-Projekten widerspiegelt. Die Diskussion verdeutlichte, dass MINT-Bildung in Wien nur dann nachhaltig wirksam sein kann, wenn Politik, Wissenschaft, Schulen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen.

Anschließend an die Podiumsdiskussion wurden an acht Thementischen zentrale Herausforderungen und Lösungsideen im Bereich der MINT-Bildung diskutiert. Das Spektrum der Themen reichte von MINT im Kindergarten über Berufsorientierung bis zur Zusammenarbeit formaler und non-formaler Bildungsangebote.

Das Wiener MINT-Stakeholder-Forum 2026 hat gezeigt, wie groß die Bereitschaft in Wien ist, MINT-Bildung gemeinsam weiterzuentwickeln. Mit der Keynote und dem Beitrag von Hilda Tellioğlu konnte das CTSi einen wichtigen Impuls setzen und seine Expertise in den Bereichen Bildungstechnologien, MINT-Didaktik und sozial wirksame technologische Innovation einbringen. Gleichzeitig verdeutlichte die Veranstaltung, wie wichtig der kontinuierliche Austausch von Wissen, Methoden und Erfahrungen zwischen Wissenschaft, Bildungseinrichtungen, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ist, um nachhaltige Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen zu entwickeln.

Wir freuen uns darauf, die begonnenen Gespräche fortzuführen und gemeinsam mit unseren Wiener Partner:innen an einer zukunftsfähigen, durchgängigen und inklusiven MINT-Bildungslandschaft zu arbeiten. Damit leistet das CTSi einen Beitrag zu den strategischen Zielen der TU Wien, als führende Institution für den Austausch von Wissen, Methoden und Technologien zu wirken, indem es die Vernetzung und Zusammenarbeit über institutionelle Grenzen hinweg stärkt und den Transfer von Wissen sowie innovativen Ansätzen in die Praxis fördert. Durch die Förderung von MINT-Kompetenzen entlang der gesamten Bildungskette wird zudem ein langfristiger gesellschaftlicher Impact geschaffen, der die Teilhabechancen zukünftiger Generationen verbessert und die Innovationsfähigkeit des Standorts nachhaltig stärkt.

Titelbild: © CTSi 2026