Am 17. Februar 2026 durfte die TU Wien gemeinsam mit dem CTSi das NCP:IP Frauen*Netzwerktreffen hosten, das unter dem Titel „Soziale Innovation in der Praxis: Technologien im Spannungsfeld gesellschaftlicher Herausforderungen" stattfand. Als Veranstaltungsort diente der traditionsreiche Böcklsaal, ein idealer Rahmen für ein Treffen, das sich bewusst dem Austausch über gesellschaftlich relevante Innovationsfragen widmete.

Das NCP:IP Frauen*Netzwerk verfolgt das Ziel, Frauen*, die im Bereich Intellectual Property, Wissensvalorisierung und Innovationsökosystemen tätig sind, zu vernetzen und ihnen Raum für fachlichen Austausch zu bieten. Das Netzwerk trifft sich mehrmals im Jahr an wechselnden Gastgeber*inneninstitutionen und bringt Frauen* aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung zusammen. Umso mehr freute es uns, dass das diesjährige Treffen an der TU Wien stattfinden konnte.

Nach dem Einlass eröffnete Elisabeth Hajicek, Programm-Managerin des NCP:IP, die Veranstaltung und begrüßte die Teilnehmerinnen herzlich. Ihnen folgten zwei richtungsweisende Einleitungen durch Tanja Sovic, Leiterin Innovation and Knowledge Transfer an der TU Wien, sowie Margit Noll, Bereichsleiterin für Europäische und Internationale Programme der FFG. Beide stellten den Bezug zwischen der gesellschaftlichen Verantwortung von Forschungsinstitutionen und den Zielen des NCP:IP her und betonten die wichtige Rolle, die Frauen* in der Innovationslandschaft einnehmen.

Im Anschluss präsentierte Anna Franzkowiak, Organisatorische Leitung des Center for Technology-driven Social Innovation (CTSi), die Arbeitsweise und Vision des CTSi. Das CTSi verbindet technologiegeleitete Innovationen mit gesellschaftlicher Wirkung, indem es unterschiedliche Disziplinen, Communities und Akteur*innen in gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsprozessen zusammenführt. Als Ort, an dem Wissen, Methoden und Technologien im Austausch weiterentwickelt werden, verkörpert das CTSi damit exemplarisch eines der acht strategischen Ziele der TU Wien: sich als führende Institution für diesen Austausch zu positionieren.

Im weiteren Verlauf führte Matthia Link (CTSi) in das Thema soziale Innovation ein. Im Anschluss übernahm Hilda Tellioğlu (akademische Leitung CTSi) die inhaltliche Führung und schlug die Brücke von sozialer Innovation zu technologiegeleiteter sozialer Innovation. Auf Basis theoretischer Modelle beleuchtete sie, wie technologische Entwicklungen neue soziale Praktiken ermöglichen, beschleunigen oder herausfordern können. Dabei zeigte sie anhand anschaulicher Beispiele aus Alltags- und Arbeitskontexten, wie digitale Technologien bestehende Routinen verändern, neue Handlungsräume eröffnen und zugleich strukturelle Spannungen erzeugen.

Besonderes Augenmerk legte sie auf die Notwendigkeit trans- und interdisziplinärer Zusammenarbeit. Ein Kerngedanke, den auch die TU Wien mit ihrem strategischen Ziel verfolgt, Kreativität und Innovationskultur systematisch zu stärken. Sie erläuterte, warum technologiegeleitete soziale Innovation nur dann gelingen kann, wenn unterschiedliche Wissensbestände, Methoden, Perspektiven und Disziplinen von Beginn an eingebunden werden. Gleichzeitig machte sie deutlich, welche Herausforderungen damit einhergehen: die Entwicklung gemeinsamer Verständigungsräume, unterschiedliche Qualitäts- und Bewertungslogiken sowie institutionelle Rahmenbedingungen, die häufig nicht auf interdisziplinäre Prozesse ausgerichtet sind.

Abgerundet wurde der inhaltliche Teil durch eine kleine Paneldiskussion, moderiert von Anna Franzkowiak, zwischen Hilda Tellioğlu, Matthia Link, sowie Ute Stadlbauer, Abteilungsleiterin für Entrepreneurship beim aws, die eine förderpraxisorientierte Perspektive einbrachte. Im Mittelpunkt standen die Herausforderungen der Antragstellenden, insbesondere die wachsende Bedeutung von Wirkungslogiken, Indikatorenmessungen und der nachvollziehbaren Darstellung interdisziplinärer Ansätze. Die Diskussion zeigte klar, wie anspruchsvoll es ist, komplexe Innovationsprozesse in förderlogischen Strukturen abzubilden und wie wertvoll das Zusammenspiel unterschiedlicher Institutionen für deren Weiterentwicklung ist.

Im Anschluss nutzten die Teilnehmerinnen die Gelegenheit, bei gutem Buffet die Diskussion fortzusetzen, Erfahrungen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen. Diese offene Atmosphäre ermöglichte es, Themen des Vortrags weiterzudenken, gemeinsam zu reflektieren und potenzielle zukünftige Kooperationen anzustoßen. Solche Begegnungen leisten, ganz im Sinne der strategischen Ziele der TU Wien, einen wichtigen Beitrag zur Vernetzung unterschiedlicher Akteur*innen und stärken den Wissenstransfer über institutionelle und disziplinäre Grenzen hinweg.

Wir bedanken uns herzlich für das positive Feedback der Teilnehmerinnen, für die vielfältigen Beiträge, die inspirierenden Gespräche sowie die hervorragende Zusammenarbeit mit dem NCP:IP Frauen*Netzwerk. Ein ebenso großer Dank gilt den Vertreterinnen von FFG und aws, die mit ihrer Expertise fördertechnische Perspektiven eingebracht haben.

Das CTSi und die TU Wien freuen sich auf zukünftige Kooperationen, neue gemeinsame Initiativen und darauf, die beim Netzwerktreffen geknüpften Kontakte weiter auszubauen. Die Veranstaltung unterstreicht zugleich zentrale strategische Ziele der TU Wien: den Austausch von Wissen, Methoden und Technologien zu stärken, innovative und interdisziplinäre Zusammenarbeit zu fördern sowie die Vernetzung mit nationalen und internationalen Partner*innen weiter auszubauen. Dadurch wird auch die Sichtbarkeit der TU Wien als Ort technologischer und gesellschaftlicher Innovation gestärkt.