Im Center for Technology and Society (CTS) forschen interdisziplinäre Teams an der Nahtstelle von sozialer Nachhaltigkeit, innovativer Technologieentwicklung und ethischer Verantwortung.

Das Center for Technology and Society (CTS) – eine hochschulübergreifende Kooperationsplattform zur interfakultären sowie interhochschulischen Zusammenarbeit - wurde im Herbst 2019 gemeinsam von TU Wien, FH Campus Wien, FH Technikum Wien und der Universität Wien aus der Taufe gehoben. „Wenn wir in unserer Forschungs- und Lehreleistung Innovationsbildungen an der Schnittstelle von Technologie und Gesellschaft unterstützen wollen, müssen wir uns zusammentun und Organisations- und Disziplinengrenzen überschreiten“, stellt Sabine Seidler, TU Wien-Rektorin und Gründerin des CTS fest und verweist auf die drängenden aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen am Beispiel von Megatrends wie Digitale Transformation, algorithmische Durchdringung von Lebenswelten oder die Klimakrise. Sabine Seidler: „Ich setze meine Hoffnung in neue Organisationsformen, bei denen die Grenzen zwischen Fächern und Disziplinen innerhalb einer Forschungsperspektive diffundieren. Vorbilder für Struktur und Ausrichtung sind das Einstein Center Digital Future in Berlin und die wissenschaftlichen Zentren in Berkeley oder Chicago, in denen nicht mehr eine brennende Fragestellung nur einem bestimmten Fach oder bestimmten Disziplinen überantwortet wird. Diese Zentren sind nicht mehr im traditionellen Muster nach Fakultäten organisiert, sondern folgen dem Muster der rezenten Wissensentwicklung.“

Forcierte Interdisziplinarität

Forschungsfragen rund um Chancengleichheit, Digital Divide oder soziale und reflexive Nachhaltigkeit beschäftigen längst nicht mehr nur die sozialphilosophischen bzw. kultur- und wirtschaftswissenschaftlichen Großtheoretiker_innen und Gesellschaftsdiagnostiker_innen. Auch in den technologischen Fachdebatten existieren umfassende Arbeiten und Analysen zum aktuellen Zustand der Gesellschaft. In den vom CTS koordinierten Arbeitsgruppen wird Interdisziplinarität somit nicht als Methode, sondern vielmehr als Bildungsgelegenheit verstanden. Wissenschaftliche Selbstständigkeit und fächer- und institutionsübergreifende Zusammenarbeit gehen Hand in Hand. „Technik ist immer in Zusammenhang mit den Menschen zu denken, die sie nutzen oder die sie betrifft. Hier braucht es eine Vielfalt der Perspektiven und Forschungsansätze“ fasst Fritz Schmöllebeck, Rektor der FH Technikum zusammen. Gemeinsam gestalten, entwickeln und bilden – Die CTS-Projekte Nach der Gründung wurden 2019, die Grundsteine des Centers gelegt und mit der Umsetzung erster Projekte viel Erfahrung gesammelt. 2021 werden die bestehenden Strukturen und Angebote weiter ausgebaut. Anna Franzkowiak, organisatorische Leiterin des CTS zum laufenden Prozess: „Alle Partnerhochschulen arbeiten intensiv zusammen, um gemeinsam Aufbau, Gestaltung und Weiterentwicklung unseres Centers voranzutreiben. Wir initiieren und realisieren viele kooperative Forschungsaktivitäten. Ferner setzen wir auch Projekte zur Erweiterung der Hochschullehre um und engagieren uns im Bereich Third Mission. Damit spannen wir den Aktionsradius von der Technologieentwicklung bis zur sozialen Verantwortung. “.

Mehrwert durch Vernetzung

Heimo Sandtner, Vizerektor der FH Campus Wien erklärt die CTS-Motivation: „Die Teilnahme am CTS bietet für die FH Campus Wien eine ausgezeichnete Möglichkeit, ihre strategische Ausrichtung der interdisziplinären Forschung über die institutionellen Grenzen hinweg zu erweitern. Zu dem stärkt die gleichberechtigte Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Fachhochschulen im CTS das bereits existierende, regionale Hochschulnetzwerk in Forschung und Lehre.“ Durch Vernetzungsaktivitäten entsteht rund um das CTS eine Community, die unterschiedliche Bereiche unserer Gesellschaft verbindet. Nicht nur die diversen Disziplinen aus dem akademischen Umfeld, sondern auch die Wirtschaft, Interessensvertretungen, NGOs und Verwaltung werden mit einbezogen.

Als Ergebnis leisten die Third-Mission Projekte einen Beitrag, der die österreichische Bevölkerung in ihren Lebens- und Arbeitswelten erreicht. „Das ist für uns essentiell, weil wir auch das Theoretische ins Praktische übersetzen und damit zur Entwicklung einer gleichberechtigten, fairen, technologisch affinen, kritischen und vor allem glücklichen Gesellschaft beitragen können“, erläutert die wissenschaftliche Leiterin Hilda Tellioğlu. „Wir sind überzeugt davon, dass Technologie- und Gesellschaftsthemen nurmehr ganzheitlich betrachtet funktionieren. Damit wollen wir neugierige, innovative, kritische und kreative Denkende & Zukunftsvisionäre*innen ansprechen, Teil unserer Reise zu sein“, fasst das Leitungsteam die Essenz des CTS zusammen.

Gemeinsame Verantwortung

Den selbstkritischen Blick auf die sozio-technologischen Entwicklungen formulieren alle beteiligten Hochschulen als gemeinsames Ziel. Jenseits blinder Technikeuphorie oder Digitalisierungsphobie geht es darum interessierten Forscher_innen systematische Einblicke in relevante Disziplinen zu geben. So werden Einsichten in das eigene Fach forciert und eine enge Verschränkung von Technologieentwicklung und gesellschaftlicher Verantwortung ermöglicht.