An 3 Tagen standen soziale Kompetenzen und technisches Knowhow im Fokus des Hackathon des CTS und der Arbeiterkammer. Ziel: Digitale Gerechtigkeit.

Vom 23. bis 25. September 2022 fand im TUtheSky am TU Wien Campus Getreidemarkt der „Hackathon der Vielen“ statt. Dieser wurde von der Arbeiterkammer Wien (AK) und dem Center for Technology and Society (CTS) veranstaltet. Warum Hackathon der Vielen? Beim Hackathon geht es um die Interessen der Vielen: es geht um alle aktuell arbeitenden Menschen und um jene, die vor dem Berufseinstieg stehen. Es geht um eine fortschrittliche, aktivistische, solidarische Technologie-Entwicklung von unten. Um nichts anderes als digitale Gerechtigkeit.

Astrid Schöggl (AK) führt aus: „Wir vertreten als AK die Interessen aller Beschäftigten in Österreich. Digitalisierung bringt zwar Chancen, hat aber auch Schattenseiten. Der Ansatz für den Hackathon war deshalb, Expert_innen aus der Arbeitswelt mit Studierenden zusammenzubringen und gemeinsam neue Ansätze zu finden, um durch Digitalisierung wirklich für Vorteile uns, die Vielen zu schaffen.“

„Für diesen interdisziplinären Ansatz ist das CTS der ideale Ansprechpartner. Als Kooperation von vier Universitäten und Fachhochschulen konnten wir diese Expertise und die Koordination von motivierten Studierenden einbringen und so den Grundstock für diverse Hackathon-Gruppen liefern. Die Ergebnisse zeigen ja deutlich, dass aus der Kombination unterschiedlicher Blickwinkel, gepaart mit technischem Know-how Großartiges entstehen kann“, ergänzt Anna Franzkowiak vom CTS.

Die Hackathon-Challenges

Gelöst werden sollten reale Herausforderungen, die von Betriebsrät_innen, Vereinen, Initiativen und Aktivist_innen eingebracht wurden. Bearbeitet wurden folgende Aufgaben:

  • Bürger_innen-Initiativen zu umweltfreundlicher Mobilität vernetzen
  • Eine Straßenzeitung in Pandemie und digitalem Zeitalter?
  • Digitales Storytelling für Klimagerechtigkeit
  • Selbstorganisierung von Menschen mit Armuts- und Ausgrenzungserfahrungen
  • Organisierung un(ter)dokumentierter Paketzusteller_innen
  • Betriebsrat: Organisierung im Homeoffice

Jury & Preisträger:innen

Gemeinsam mit Studierenden technischer Studien wurden an nur einem Wochenende Lösungsansätze, Prototypen und Mock-ups entwickelt. Die Fachjury

  • Sabrina Burtscher, Aktivistin und Studentin Media and Human Centred Computing, TU Wien
  • Jörg Flecker, Professor für Soziologie, Schwerpunkte Arbeit, Digitalisierung, Jugend, Universität Wien
  • Sylvia Geyer, Rektorin FH Technikum
  • Alexandra Negoescu, Wissenschaftliche Programmleiterin, TU Wien Innovation Incubation Center
  • Sabine Nuss, Autorin, u.a. “Marx und die Roboter”, “Keine Enteignung ist auch keine Lösung”

prämierte Projekte in den drei Kategorien:

Die funktionalste Anwendung

  • Augustin – Taking back the streets | Eine Straßenzeitung in Pandemie und digitalem Zeitalter?

Die innovativste Idee

  • Anpacken | Organisierung un(ter)dokumentierter Paketzusteller_innen

Die gesellschaftlich wertvollste Lösung

  • radar – Raus aus der Armut | Selbstorganisierung von Menschen mit Armuts- und Ausgrenzungserfahrungen

Zusätzlich wurden Ehrenpreise vergeben:

  • Beste Präsentation: BRuzzer | Betriebsrat: Organisierung im Homeoffice
  • Bestes Mock-Up: BI-BIP | Bürger_innen-Initiativen zu umweltfreundlicher Mobilität vernetzen
  • Bester Call to Action: Toolbox aus der Hoffnungslosigkeit | Digitales Storytelling für Klimagerechtigkeit

Die Gewinnerprojekte des Hackathons erhielten jeweils 1.000 Euro. Die Preisübergabe übernahmen Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl und TU Wien-Rektorin Sabine Seidler.

„Es freut mich zu sehen, wie groß das Innovationspotenzial beim Hackathon war. Unser Motto ´Technik für Menschen´ wird hier greifbar und zeigt anschaulich, wie die Kombination fachlicher Kompetenz, Erfahrung und sozialer Verantwortung zur positiven Entwicklung unseres Alltags beitragen kann“, so Sabine Seidler.

Renate Anderl ergänzt: „Nur wenn wir alle aktiv an der Gestaltung unserer Zukunft mitwirken, können wir die Chance nutzen diese auch für alle gerecht zu gestalten. Der Hackathon war eine wunderbare Gelegenheit Menschen an einen Tisch zu bringen, die sich im Alltag nicht zwingend über den Weg laufen. Es freut mich, dass Fairness unbestrittene gemeinsame Basis für die Zusammenarbeit in den Projektgruppen war.“

Die präsentierten Ideen haben jedenfalls den Anspruch auch umgesetzt zu werden. Das ist auch im Interesse der Veranstalter, weshalb alle teilnehmenden Gruppen die Möglichkeit haben ihre Lösung beim AK Digifonds einzureichen und so eine Anschubfinanzierung von bis zu 200.000 EUR zu erhalten.

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